Logbuch Projekt #wandklexkur – der Startschuss: was und wie.

Seit 1. März 2017 befinden sich nun die sanitären Anlagen des Kurparks der Eulenspiegelstadt Mölln schon fest in meiner wandmalerischen Hand.
Ihr wollt also echt dabeisein, wie ich die kommenden Wochen mal wieder fast ausschließlich mit klexuellen Aktivitäten auf öffentlichen Toiletten verbringe, ja?

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Wolkenweiß für die ersten Pinselstriche


Das freut mich, willkommen!
Ich werde auch ganz genau und pinselhaarklein vom ersten Strich an erzählen, was ich da so treibe.

Die Projektgrundlagen:

Wie ich vorgestern schon erzählt habe, darf ich mich  im Rahmen des Themas und der zur  Verfügung stehenden Arbeitszeit voll austoben. Wie toll das für kreatives Arbeiten ist, ist muss ich gleich noch mal erwähnen!
– Die Herrentoilette wird als Grundthema die Stadt Mölln (natürlich mit Till Eulenspiegel und einigen passenden Vertretern von Flora und Fauna haben.
– Bei den Damen wird dem Möllner Kurgarten selbst mit seinen traumhaften Rosen Rechnung getragen, der von musikalischen Elfen präsentiert wird
(denn der Kurgarten ist auch ein beliebter Veranstaltungsort für  Events aller Art. Am 22. und 23. April 2017 lädt die Stadt Mölln zum Beispiel Gartenfreunde zur „Gartenromantik„in den Kurpark ein. Zu dem Zeitpunkt werden meine Wandklextoileten schon drei Wochen lang eröffnet sein!)

Die Kurverwaltung hat für mich schon saubere Vorarbeit geleistet, die Wände sind von der Beschaffenheit her ein Traum zum Bemaltwerden: glatt gespachtelt und mit hochwertiger Farbe ganz nach meinen Vorschlägen vorgestrichen. Netterweise hatte man mir sogar die Farbeimer mit der übrigen Farbe dagelassen, was mir sehr hilft, da ich so alles nahtlos ineinander anpassen und blenden kann, alles zusammenpasst und ggf. Änderungen oder Patzer gut korrigieren kann.
Und ich habe fließend Wasser, Licht, funktionierende Heizung und eine intakte Stromleitung, ein Luxus, der mir nicht immer bei Wandmalereien geboten werden kann.

Nicht zuletzt habe ich vor allem auch meine Ruhe, was für mich ganz wichtig ist.
Ich bin absolut kein Multitasking-Typ, das bedeutet, dass mich Unterbrechungen immer etwas aus dem Konzept und aus dem Schwung bringen (das merke ich übrigens gerade auch hier beim Schreiben dieses Eintrags! :D)
Ich konzentriere mich gerne richtig auf das was ich tu, zumal ich hier ja auch gegen die Physik, sprich die Trockenzeiten der Farbe anarbeiten muss, da ist bei mir Bummeln schon gar nicht angesagt.

Die Malereien selbst arbeite mit feinsten Künstleracrylfarben – vornehmlich mit meinem Liebing, dem viskosen   Schmincke Akademie Acryl, das für mich die ideale Konsistenz hat – bei Raumtemperatur nicht zu flüssig aber auch nicht zu pastös. Dazu die körperreiche, etwas dichtere Winsor & Newton Galeria für Strukturen und für größere flächige Sachen das etwas dünnflüssigere geschmeidige  Lukas Terzia.
Diese hochwertigen Farben  haben den Vorteil, sehr vielseitig zu sein, so dass sie hervorragend nass in nass für Verläufe und  Ombre-Effekte oder auch für lasurähnlich aquarellähnliche Effekte verarbeitet werden können. Auch Korrekturen lassen sich einfach vornehmen, solang die Farbe noch frisch ist.  Einmal getrocknet jedoch, sind Künstleracrylfarben  absolut widerstandsfähig und wisch- und wasserfest, was gerade beim Einsatz in Feuchträumen wie Toiletten ideal ist.  Auch im Außenbereich ist das praktisch, zudem sind die Farben sehr wetter- und lichtbeständig, so dass man viele lange Jahre Freude an der ungebrochenen Leuchtkraft hat. (Außen versiegle ich sie dennoch normalerweise mit klarem Acryllack auf Wasserbasis.)

acryl
Da ich im Raum mit der Deckenbemalung anfange, gibts das Foto vom Startschuss von der Leiter aus.

Meinem Hund und meinem Rücken zuliebe werde ich an diesem Projekt jeweils immer nur einen halben Tag lang vor Ort „an der Wand“ arbeiten. Das ist nicht nur gesünder für mich (und das Verhältnis zum Hund), so kommt auch das laufende Tagesgeschäft mit meinen Onlineshops und den Atelierarbeiten und Auftragsarbeiten nicht allzu kurz.
Das tatsächliche Malen an der Wand ist ohnehin nur ein Teil der damit verbundenen Arbeit; viel darüber hinaus notwendige Vorarbeit für dieses Projekt fand und findet schon im Atelier statt, insbesondere die Vorlagenentwürfe. Das lässt sich gut auch am heimischen Tisch erledigen und spart „Auswärts-Zeit“, die ich vor Ort lieber fürs Malen selbst verwende.
Weil ich bis Mölln nur knapp 15 Autominuten habe, ist das so für mich eine sehr praktikable Lösung und auch der Grund, warum ich so ein großes Projekt überhaupt noch durchführe – wer mich schon länger verfolgt, weiß, dass ich diesen Teil meines Arbeitsspektrum seit einigen Jahren nur noch sehr  eingeschränkt überhaupt anbiete, weil ich meinen künstlerischen Schwerpunkt vor einiger Zeit ganz auf Studioarbeit verlegt habe. Doch hier stimmt und passt eben einfach alles 🙂 und tierisch Lust auf dieses Projekt hatte ich nun mal auch. Ganz lässt einen das halt doch nicht  los, wenn man schon nicht ohne Grund „wandklex“ heißt.

Darum hab ich mir auch  – selber schuld, der Kunde hätte es gar nicht klexplizit verlangt – angetan, über Kopf an der Decke auch einen klexuellen Reiz  schaffen zu wollen. Das ist halt die Crux dabei, völlig freie Hand zu haben – dann will ichs auch schön, so richtig klextrem schön machen ☺
Aber seht selbst…

Am ersten Tag schuf ich Himmel und…

…ähm Kraniche :D. Aber das erzähle ich Euch im nächsten Blogeintrag. 🙂

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