Logbuch Projekt #wandklexkur – der Birkenhack und andere Klextricks.

Wie im  Möllner Kurpark  innerhalb weniger Stunden die Birken in den Himmel wuchsen und grünten (noch dazu absolut pollenfrei)?  Und was eine ausgediente Scheckkarte mit Wandmalerei zu tun hat? Und wie man das auch selber nachmachen kann?

Der Spiegel arbeitet mit und vervielfacht den Baumbestand.Ich plaudere gern mal aus meinem Farbkästchen:
Mit Vorliebe verwende ich sehr unorthodoxe Methoden bei der Gestaltung meiner wandklexe, so auch hier bei „Projekt #wandklexkur“, der Gestaltung der sanitären Anlagen im Kurpark der Eulenspiegelstadt.
Manches entpuppt sich ja erst auf den zweiten Blick als Malmaterial:
Nicht nur mit Pinseln kann man malen, sondern zum Beispiel auch mit einer alten Plastikkarte – wie einer abgelaufenen Scheckkarte oder Kundenkarte.
Sie ist ein tolles Werkzeug, um die Illusion von Birkenstämmen schnell und effektvoll zu gestalten.Voraussetzung dafür ist allerdings ein halbwegs glatter Untergrund wie hier eine sauber feingespachtelte Wand – auf Raufaser oder Strukturputz wird das nix.
Und dann beherzt loslegen:
Auf die Karte wird ein Strang Künstleracrylfarbe aufgetragen:
Auf eine Scheckkarte wird Acrlyfarbe aufgetragen (Wandmalereitrick)

Wichtig: Handschuhe anziehen. Ich verwende dünner Einmalhandschuhe aus Latex wie sie z.B. in jedem Drogeriemarkt im Hunderterpack erhältlich sind – die haben den Vorteil, dass sie taktil kaum einschränken (das ist mir wichtig – Handschuh „gefühlsecht“ bitte, sonst werd ich irre und kann nicht arbeiten, wenn meine Hände nichts spüren.)
Solang sie noch sauber sind, kann man damit sogar ein Smarphone bedienen, so dünn  sind sie.
Anschließend wird die mit frischer Farbe „belegte“ Karte auf Kante vom Rand nach innen, wie ein Spachtel dicht über die Wand geführt, am besten in gleitenden, eher weichen langsamen Bewegungen.  Dabei kann man auch horizontale oder vertikale Linien ziehen, hacken oder flächig mit der Mitte der Karte reiben – der Phantasie sind da wenig Grenzen gesetzt:
wandklex-Wandbemalung mit Künstler-Acrylfarbe und der Kante einer Scheckkarte
Das macht Spaß und geht flott vorand – so lassen sich relativ zügig Baumstämme gestalten, die dann später in einem zweiten Arbeitsgang nur noch mit einem feuchten Vertreiberpinsel und/oder der scharfen Kante eines festen Schwamms schattiert und um seitliche Äster mit einem Dolchschlepperpinsel (der hat ne lanzettartige Spitze, drum heisst er so) ergänzt werden müssen.
Was ihr hier in den folgenden 6 Bildern seht, ist mit ein klein wenig Übung alles innerhalb von gut anderthalb Stunden zu schaffen

..so dass am Ende des Tages dann ring um den gesamten Raum insgesamt 17 wenn auch noch ganz kahle Baumstämme an die Decke gewachsen waren:
wandklex work in progress- Birken-Wandbemalung
Die wollten dann natürlich belaubt werden, sonst isses ein wenig karg.
Da kamen die hier näher vorgestellten Acrylfarben zum Einsatz:
Um die Anmutung von frischem Birkengrün zu erzielen, mischte ich Maigrün, Kadmiumgelb,, Titanweiß und Lampenschwarz in permanent leicht veränderten Anteilen nicht zu homogen in kleinen Portionen auf der Palette an.
Lieber mische ich dabei mehrfach, als ständig genau den gleichen Farbton zu erzielen, das wirkt abwechslungsreicher.
Farbpalette mit Acrylfarben
Vorher fügte ich schnell noch die ganzen seitlichen Äste mit schwarzer Acrylfarbe an die Bäume. Anschließend tupfte und wischte ich die Farbmischung mit Haushaltsschwämmen (wieder mal kam also kein Pinsel zum Einsatz). Für drunter überwog der Gelbanteil, je mehr der Eindruck von „vorne“ entstehen sollte umso mehr Grün- und Schwarzanteil nahm ich mit auf, so dass das Ganze lebendig und nicht zu eintönig wirkt.
Auch hier sind Handschuhe ein Segen –  damit das Händereinigen nachher nicht Wochen dauert…


…so dass am Ende alle 17 Stämme und somit der ganze Raum ringsum schon zart, aber durchaus überzeugend belaubt waren:
wandklex_birken_malen_moelln (3)

wandklex_birken_malen_moelln (5)
Voll der Überblick – von der Leiter aus.
wandklex_birken_malen_moelln (6)
(in den Kabinen)
wandklex Wandbemalung work in progress - Birken
Der Spiegel am Handwaschbecken verdoppelt den Baumbestand mal eben schwuppdiwupp.

Das Ganze zu belauben dauerte etwa 3 echt unhektische Stunden, dafür muss man also nicht mal besonders hetzen.
Hier noch ein letzter Blick auf den Birkenhain (alles auf einmal passt leider nicht aufs Foto, aber aufm Server gibts hier wieder ein kleines Rundgangvideo)
work in progress: wandklex-Wandbemalung mi Birken und Möllner Stadtbild
Zu den bisher schon vorgenommenen anderen Arbeitsschritten in diesem Wandmalerei-Projekt habe ich in der vorangegangenen Blogeinträgen der letzten Woche schon viel gesschrieben..
Wie es weitergeht: m nächsten Arbeitsgang hör ich dann noch ein bisschen das Gras wachsen, und ich ziehe vielleicht auch  Till Eulenspiegel ein wenig aus^^… aber das ist eine andere Geschichte.☺
Die erzähl ich dann das nächste Mal (schätze, am Samstag).
Bis dahin treibt’s bitte möglichst bunt!

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