Unterschiede freie Arbeit/Auftragsarbeit

Da es öfter Missverständnisse gibt, mag ich mal versuchen, den Unterschied „freie Arbeit/wandklex-Standardsortiment“ zu „Auftragsarbeit mit Wunschmotiv“ zu erklären:

Stellt Euch das so vor, als wär ich Modedesignerin und meine Malereien wären Kleider:

Fall 1: Das Kleid von der Stange. Im Lager hängt die „pret á porter“ – fertige Konfektionskleider in verschiedenen Größen, jedes angebotene Modell immer mit dem jeweils selben Stoffmuster und Schnitt ist schon anziehfertig – und kann dann eben so wie es ist im Shop gekauft werden.
Nachschub fertige ich hier auch ohne Bestellung automatisch, sobald ich kann und will, wenn ich sehe, dass der Bestand zur Neige geht.
Der Kunde hat beim Standardsortiment zwar manchmal ein paar feste Auswahlmöglichkeiten, aber kein Mitsprache- und Motivgestaltungsrecht, das Motiv selbst steht in dem Fall fest.
Die „Kleider“ hängen schon fertig genäht da und müssen im Grunde nur noch versäubert und verpackt werden. Es fliegt auch mal ein Motiv ausm Programm, wenn ich keine Lust mehr drauf habe, dann gibt es das bestenfalls künftig eben nur noch als als Wunschmotiv-Auftragsarbeit.
Dann ist das freies Standardsortiment. (gilt z.B. für Originale in freier Arbeit, aber auch und gerade auch für die meisten wandklexschmuck-Unikate – hier zum Beispiel ein ganz, ganz kleiner Teil meines derzeit vorrätigen Motivlagers, die ich, wenn eine Shopbestellung eingeht, meist nur noch in die gewählten Fassungen einbauen und versenden muss:


Auch freie längst fertige Arbeiten haben in der Regel zwar bei mir mindestens 2-3, teilweise sogar 6 Wochen Lieferzeit im Shoplisting dabeistehen.

Doch in der Praxis gibt es da keine oder bestenfalls mal relativ kurze Wartezeiten, z.B. wenn mir mal der Vorrat an schon auf Lager liegenden Motiven oder die nötigen Fassungen oder Rahmen doch mal ausgehen.
Deshalb gebe ich im Shop trotzdem relativ lange Lieferzeiten dafür an. Das bewahrt mich davor, bei Nachfragespitzen plötzlich sofort auf einen Schlag Nachschub malen zu müssen, um die dort für mich ja verbindlichen zugesicherten Lieferzeiten einhalten zu können, obwohl eigentlich die nächsten Tage noch keine Arbeitszeit dafür im Plan vorgesehen wäre.

Oder aber Material, das wegen plötzlicher großer Nachfrage unerwartet schnell ausgeht, kann so im Notfall rechtzeitig noch von mir nachbestellt werden, so dass ich auf alle Fälle eben immer meine Lieferzeitangabe einhalte . Gerade z.B. bei Echtsilber-Rohware habe ich immer nur relativ kleine Mengen hier, weil der Einkauf halt schon viel Kapital bindet, das dann woanders fehlt, wenns nur rumliegt. Da ich viel im Auslang einkaufe, kann es mit Zoll dann schon mal 6 Wochen dauern bis der Nachschub da ist.
Meist bin ich aber viel, viel schneller als beim Shopangebot dabeisteht, weils eben schon fertig alles da ist. Unterbieten darf ich mich ja und schneller sein, aber längere Lieferzeiten zu brauchen als im Angebot versprochen und angegeben zu haben wäre unseriös und führt nur zu Ärger auf allen Seiten.
Falsche Versprechungen sind nicht so meins (und wären auch vertragswidrig: ein Kauf im Onlineshop ist ja immer noch auch ein für beide Seiten verbindlicher Vertrag.).

Fall 2: Der Maßanzug. Sonderanfertigung, exklusiv spezialgefertigt extra nur für Dich:
Das ist dann Dein Wunschmotiv, das ich nur auf Deine Auftragsbuchung hin überhaupt male, aber nicht schon serienmäßig im Regal liegen hab, sondern dann nur für Dich entwickle und anfertige.
Zum Beispiel sowas nach Foto gemalt für die Wand, aber auch alles, was ich extra auf Deinen Wunsch hin erst entwerfen muss, weil ich es so wie Du es willst nicht auf Lager hab.

Auftragsbild nach Fotovorlage
Hier: Echtsilberanhänger mit Original-Miniatur nach Foto handgemalt

Fall 1 geht immer schneller, weil ich da aus eigenem Interesse guck, dass ich immer genügend „Konfektionskleider“ (=freie Arbeiten die ich nach Lust und Laune selber kreiert hab) „auf der Stange hängen“ hab. Ich entscheide aber selber, was im Regal bleibt und was nicht – also was weg ist, ist weg, das muss ich dann nur mit mir selber abstimmen.

Fall 2 hingegen hat im Normalfall Wartezeiten, bis es dran ist, weil so gut wie immer schon eine ganze Reihe anderer Auftragskunden vor Dir dran sind. Die Bearbeitung und die Anfertigung selbst dauert wesentlich länger und folgt einem festen Zeit- und Terminsplan. (und kostet darum auch deutlich mehr)
Das liegt daran, dass ich mich mit Auftragskunden sehr intensiv abstimmen und Vorgaben abklären sowie ganz anders planen muss. Das erfordert ein Mehrfaches an Zeit für Beratung, Service und engmaschige Kommunikation vorher, während der Anfertigung und vor und auch noch nach dem Versand. Dazu kommt, dass ich mir das Motiv ja meist auch erst komplett neu erarbeiten muss, das dauert deutlich länger als ein schon mehrmals entwickeltes Motiv einfach nochmals genauso zu malen. Selbst wenn man mir dabei völlig freie Hand lässt, ist es dennoch keine freie Arbeit: es ist und bleibt trotzdem eine Auftragsarbeit mit festen Parametern, die ich ohne persönliche Bestellung niemals so aufm Arbeitsplan hätte und in die ich mich eben auch erst einfuchsen muss, weil da keine Routine durch Wiederholung da sein kann. Unterm Strich kann ich als Faustregel für meine Arbeitsplanung immer davon ausgehen, dass ich für einen Auftrag durchschnittlich alles zusammengerechnet ungefähr dreimal soviel Arbeitszeit verbrauche wie für eine Freiarbeit.

Einfach gesagt: Fall 1 male ich wann, warum und wie ich will, richte mich nur nach mir selber und biete es schon fertig – meist im Shop – an, wann und solange ich mag.
Fall 2 male ich nur, weil Du es willst und auch erst, nachdem Du es bestellt und bezahlt hast.

Die (stets aktuell gehaltenen) Wartezeiten bei individuellen Aufträgen und alle möglichen und unmöglichen FAQ rund um Wunschaufträge – und was wichtig ist, wenns schneller gehen muss als dort als Wartezeit angegeben ist) findet ihr zum Nachlesen auch hier: wandklex.art/auftragsablauf

Ergänzend mag ich anmerken, dass ich künftig pro Monat nur noch max. 15 Tage mit Arbeitszeit für Auftragsarbeiten zuplane, die andere Monatshälfte muss bzw. will ich künftig unbebucht lassen um auch die freie Shopware zu schaffen, deren Nachfrage ich in den letzten Monaten nur noch schwer bedienen konnte. Ich nehme also künftig deutlich weniger Arbeit nach Kundenwunsch an und will mehr machen, was „nur aus mir selber“ kommt.

Wer also etwas ganz speziell nur für sich gemalt haben will: bitte rechtzeitig planen und den verlinkten Artikel komplett durchlesen. (ich merk das bei Anfragen, wer’s gelesen hat und wer nicht 😉 )

Danke!

Zuletzt aktualisiert auf Stand 9. Januar 2020.

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